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Den Glauben online leben

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„ Corona hat der Digitalisierung einen  Schub gegeben.“ Das ist wohl der meistzitierte Satz zu Digitalisierung der vergangenen Jahre. Ich bin seit Jahren im digitalen Raum unterwegs und nehme auch in der Kirche diese Entwicklung wahr. PC im Pfarramt, Outlook oder digitales Archiv sind nicht mehr neu. Die Verwaltungsprozesse wurden weitgehend digitalisiert. Doch immer noch herrscht da und dort Skepsis. Ein Kollege hatte jahrelang seine Mails von der landeskirchlichen Adresse  elkw.de  auf eine andere umleiten lassen. Seine irrige Befürchtung: Der Oberkirchenrat könne andernfalls mitlesen. Aus der Sinnfrage „Wozu braucht man das?“ wurde eine Zeitfrage: „Wann soll ich das auch noch machen?“ Wie wichtig die digitale Technik und eine gute technische Ausstattung sind, ist gerade in den letzten zwei Jahren auch den analogsten Menschen klar geworden. Onlinesitzungen und hybride Synoden waren mit einem PC (mit Kamera und Mikrofon) und einem schnellen WLAN kein Problem mehr. Am Anf...

Der ÖKT und der Kreis der Erwählten

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Ich war beim Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt – digital. Von zu Hause aus. Ich war gespannt, wie es nach den langen Monaten der Diskussion, ob und wie der Kirchentag stattfindet, dann tatsächlich wird. Für mich ganz praktisch, weil ich zwischendurch arbeiten musste. An Christi Himmelfahrt schaute ich den Eröffnungsgottesdienst im Fernsehen an. Fröhliche Moderation, großartiges Setting, einfache Sprache, berührende Predigt, ökumenische Vielfalt, etwas Weihrauch und ein sensationelles Wetter (ok, dafür können die Veranstalter:innen nichts). Und ich dachte, wow – erster digitaler Kirchentag und es fängt gut an.  Doch die Kritik ließ nicht lange auf sich warten: was man alles hätte aus dem Gottesdienst machen können, was für Chancen die Veranstalter:innen nicht genutzt haben, falsche Kameraführung, zu wenig Aktion und überhaupt… Am Samstag war ich bei Christina Brudereck's Bibelarbeit dabei. Gefunden auf Instagram. Ich war so sehr dabei, wie ich noch nie bei einem Kirchentag dab...

Investiturpredigt zu Johannes 2

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Ein Sprichwort sagt: "Du hast nie eine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu machen."So ist es: Wenn man irgendwo neu anfängt, insbesondere in einem öffentlichen Amt, wenn man die erste Predigt im neuem Amt hält, dann schaut die Öffentlichkeit genau hin: Was sagt er oder sie und was macht er (oder sie) als Allererstes? Der Anfang hat oft was Zeichenhaftes, Programmatisches. Nein, es geht heute nicht um mich.Auch wenn es heute meine Antrittspredigt ist und Sie vielleicht tatsächlich neugierig sind, was sagt sie jetzt. Heute geht es um Jesus und eine Geschichte, die eine meiner liebsten ist. Aus Johannes 2 (Basisbibel) Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt. Auch die Mutter von Jesus nahm daran teil. Jesus und seine Jünger waren ebenfalls zur Hochzeitsfeier eingeladen. Während des Festes ging der Wein aus. Da sagte die Mutter von Jesus zu ihm: „Sie haben keinen Wein mehr“ Jesus antwortete ihr: „Was willst du von mir Frau“ Meine Stunde ist noch nicht...

Die Fülle des Lebens

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Jetzt ist es offiziell. Ich bin investiert und eingesegnet für meinen neuen Job als Medienbeauftragte. Wie passend, dass ausgerechnet die Geschichte aus dem Johannesevangelium der Predigttext war - Das Weinwunder von Kana (Joh 2, 1-11). Das erste Zeichen Jesu - er geht auf eine Party und verwandelt Wasser in den Wein. Ich mag das Zeichenhafte daran - noch bevor er predigt, heilt oder fordert, feiert er die Fülle und das Leben. Wie schön. Der Investiturgottesdienst fand unter Corona-Bedingungen statt. Ein kleiner, aber feiner Kreis von Menschen, die mir wichtig sind. Und der Segen wird mich begleiten. Und was ist jetzt der Job einer Medienbeauftragten? "Eierlegende Wollmilchsau", so der Chefredakteur des Schwäbischen Tagblatts Dr. Stegert in seinem Grußwort. Und er hat ein wenig recht. Zu meinen Aufgaben gehört in der Prälatur Reutlingen die mediale Begleitung des Prälaten (Regionalbischof - einer von 4 in der württembergischen Landeskirche), im Kirchenbezirk Tübingen die Vern...